Im Verlauf vieler Demenzerkrankungen tritt eine Phase gesteigerter Unruhe, Nervosität und Laufzwang auf. Je nach Persönlichkeit und Situation der Erkrankten kann dies in unterschiedlicher Weise in Erscheinung treten. Manche Erkrankte sind einfach unruhig, laufen ziellos umher oder suchen unentwegt etwas. Andere wiederum laufen dem Angehörigen hinterher und wiederholen bestimmte Sätze immer wieder.
Diese Unruhe ist für Angehörige schwer auszuhalten. Hinzu kommt, dass Betroffene zumeist die Gefahren nicht mehr einschätzen können. Sie laufen beispielsweise auf einer stark befahrenen Straße, gehen im Winter ohne Jacke nach draußen, verlaufen sich und finden nicht nach Hause. Zudem erhöht sich das Risiko eines Sturzes.
Handlungshilfe bei Nervosität und Unruhe
- Strukturieren Sie die Tage gleichförmig, teilen Sie kleine Aufgaben zu.
- Sorgen Sie für sichere Laufwege, denn Bewegung erzeugt Wohlfühlhormone, bessert dadurch die Stimmung und lindert die Nervosität.
- Nähen Sie Adresse in die Kleidung ein, informieren Sie Nachbarschaft und Umfeld, denn das Weglaufen kann trotzdem vorkommen.
- Schaffen Sie ein Ortungsgerät oder andere Hilfsmittel an. Lassen Sie sich dazu im Sanitätsfachgeschäft beraten.
- Vermeiden Sie die Gabe von koffeinhaltigen Getränken.
- Sorgen Sie für gute Beleuchtung und Orientierungshilfen (Bilder, Schilder u. ä.).
- Beseitigen Sie mögliche Sturzgefahren, z. B. lose Teppiche oder Pflanzen, und andere Gefahren, z. B. Putzmittel und Medikamente.
- Sorgen Sie für ausreichende Nahrung und Flüssigkeit, denn Unruhe führt zu einem hohen Kalorienverbrauch.
Beachten Sie die Nebenwirkungen der verordneten Medikamente, sprechen Sie mit dem/der Arzt/-in darüber.
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