Unterstützung im Alltag

Seit 2017 neu – der Entlastungsbetrag für alle Pflegegrade

Seit dem 1. Januar 2017 werden die bisher als »Betreuungs- und Entlastungsangebote« bekannten Leistungen jetzt neu als »Angebote zur Unterstützung im Alltag« bezeichnet. Hier erfahren Sie, was der neue Entlastungsbeitrag beinhaltet. Erfahren Sie, wofür Sie die finanziellen Mittel einsetzen können.

Selbstbestimmt ist selbstverständlich

Der monatliche Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro kann zweckgebunden für die Unterstützung im Alltag eingesetzt werden. Möglich sind:

  • Leistungen der Tages- oder Nachtpflege
  • Leistungen der Kurzzeitpflege, inklusive Hotelkosten
  • Leistungen der ambulanten Pflegedienste, in den Pflegegraden 2 bis 5 jedoch nicht von Leistungen im Bereich der Selbstversorgung
  • Leistungen der nach Landesrecht anerkannten niedrigschwelligen Angebote

Was beinhalten Angebote zur Unterstützung im Alltag:

Ehrensache Ehrenamt

Es gibt viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die unter pflegefachlicher Anleitung die Betreuung von Pflegebedürftigen übernehmen. Das gilt für Pflegebedürftige mit allgemeinem oder mit besonderem Betreuungsbedarf. Die Betreuung durch ehrenamtliche Helfer geschieht wahlweise in Gruppen oder auch im häuslichen Bereich.

Pflegepause, bitte

Nutzen Sie als pflegende Angehörige oder Freunde der zu pflegenden Person die Angebote zu Ihrer Entlastung. Dazu zählen die Kurzzeitpflege für Tag und Nacht oder die Ersatzpflege, wenn Sie als Pflegeperson selbst krank sind, zur Kur fahren oder Urlaub machen.

Alltag erleichtern

Wenn der Alltag im Haushalt über den Kopf wächst, wenn Haushaltsführung und das tägliche Organisieren einfach zu schwer werden, können Sie Hilfsangebote annehmen. Schauen Sie dazu in die Pflegedatenbank Sachsen. Die Angebote benötigen in Sachsen eine Anerkennung durch den Kommunalen Sozialverband. 

Nachbarschaftshelfer

Nachbarschaftshelfer sind ein besonderes Unterstützungsangebot im Alltag für Pflegebedürftige in häuslicher Pflege. Sie helfen dabei, den Tagesablauf zu strukturieren, sie betreuen stundenweise und entlasten damit auch die Angehörigen. Einen Nachbarschaftshelfer finden diese auch in der Angebotssuche.Bereits seit 1. Januar 2014 können im Freistaat Sachsen auch Einzelpersonen als „Angebote zur Unterstützung im Alltag?“ anerkannt werden. Nachbarschaftshelfer betreuen Pflegebedürftige stundenweise. Dabei aktivieren sie vorhandene Kompetenzen, stärken die Mobilität und strukturieren den Tagesablauf. Somit kann der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit für die betroffenen Personen verlängert werden und die Angehörigen können entlastet werden. Seit dem 1. Januar 2016 können Nachbarschaftshelfer ebenfalls »Entlastungsleistungen« erbringen. Diese Betreuungs- und Entlastungsleistungen werden seit 2017 »Angebote zur Unterstützung im Alltag« genannt. Für die Nachbarschaftshilfe kann der Entlastungsbetrag nach § 45b Sozialgesetzbuch, Elftes Buch (SGB XI) in Anspruch genommen werden.

Um als Nachbarschaftshelfer anerkannt zu werden, müssen entweder ein Pflegekurs oder gleichwertige Erfahrungen beziehungsweise Kenntnisse in der Versorgung von Pflegebedürftigen nachgewiesen werden (zum Beispiel Nachweis einer entsprechenden beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit gegenüber der eigenen Pflegekasse). Die Kenntnisse müssen regelmäßig –  mindestens alle drei Jahre – durch die Teilnahme an einem anerkannten Kurs oder im Rahmen einer von den Pflegekassen anerkannten Tätigkeit aktualisiert werden.

Die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Unterstützung eines Nachbarschaftshelfers sowie weitere Informationen und Formulare erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse.

Alltagsbegleiter für Senioren

Mit der steigenden Lebenserwartung wächst auch der Anteil der (hoch)betagten Menschen ohne Pflegegrad, die aber dennoch Unterstützung im Alltag benötigen. Oft sind sie alleinstehend oder ihre Angehörigen leben woanders und können keine Hilfestellung leisten. Um diesen Menschen ein möglichst autonomes Leben in ihrer häuslichen Umgebung zu ermöglichen, fördert der Freistaat Sachsen das Projekt der Alltagsbegleiter.

Aufgaben

Alltagsbegleiter sind ehrenamtlich tätig und stehen (hoch)betagten Menschen ohne Pflegegrad in ihrem eigenen Haushalt unterstützend zur Seite. Zu den Aufgaben der Alltagsbegleiter gehören beispielsweise:

  • Hilfe beim gemeinsamen Einkauf
  • Begleitung bei Behördengängen oder Arztbesuchen
  • Freizeitgestaltung, wie gemeinsames Spazierengehen, Vorlesen oder der Besuch von Gottesdiensten, Seniorentreffen und anderen Veranstaltungen

Die regelmäßige Begleitung und Unterstützung im täglichen Leben dient dazu, einer sozialen Isolierung vorzubeugen und den Verbleib in den eigenen vier Wänden zu verlängern. Dies fördert die Selbstständigkeit der Senioren, ermöglicht ihre Teilnahme am sozialen Leben und führt dadurch zu einer verbesserten Lebensqualität.

Landesförderung

Alltagsbegleiter sind ehrenamtlich tätig und erhalten eine monatliche Aufwandsentschädigung. Sie müssen ihren Wohnsitz im Freistaat Sachsen haben und dürfen weder mit der betreuten Person bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sein, noch mit ihr in häuslicher Gemeinschaft leben.

Die staatliche Förderung erhalten Projektträger für ihre Vorhaben ab 2019, wenn sie mindestens drei Personen als ehrenamtliche Alltagsbegleiter gewinnen und an den Personenkreis der zu Betreuenden vermitteln.

Projektträger können gemeinnützige Vereine, kommunale Gebietskörperschaften, Kirchgemeinden, Genossenschaften, gemeinnützige GmbHs und Stiftungen sein.

Rechtsgrundlage für das Projektjahr 2018 ist die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur Förderung von Alltagsbegleitern für Senioren vom 10. September 2013 (FRL Alltagsbegleiter). Für das Projektjahr 2019 richtet sich die Bewilligung nach der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur Förderung der Teilhabe und Unterstützung älterer Menschen (RL Ältere Menschen) vom 4. Dezember 2018.

Der zuständige Ansprechpartner für die Bewilligung von Projekten zur Alltagsbegleitung ist die Sächsische Aufbaubank – Förderbank (SAB). Das Internetportal der SAB verweist auf die Fördermöglichkeiten sowie die einzureichenden Unterlagen.

Einen Kontakt zu einem Alltagsbegleiter findet man über einen der Projektträger oder über den Pflegekoordinator des Landkreises Zwickau.

Neue Wohnformen

Ältere sowie betreuungs- und pflegebedürftige Menschen sind oftmals auf der Suche nach passenden Wohnformen und Einrichtungen. Kontaktadressen zu betreuten Wohneinrichtungen, Wohnen mit Service sowie sonstigen alters- und pflegegerechten Wohnformen sind gleichfalls in der Angebotssuche aufzufinden.